Die Mongolei – das Land des Dschingis-Khan

Samstag morgen um halb 6 in der Früh kamen wir dann der Hauptstadt der Mongolei, Ulan Bator, immer näher. Es war interessant zu sehen, wie in Mitten der weiten Steppenlandschaft plötzlich Lichter am Horizont auftauchten. Während die Sonne an den Bergspitzen hochkletterte, konnten wir die Größe der Stadt nach und nach besser wahrnehmen, in der immerhin ein Drittel der Bevölkerung des Landes lebt.

Da wir genau 26 Stunden in Ulan Bator verbrachten, hatten wir uns im Vorhinein eine Tour gebucht, um so viel wie möglich von der Stadt und seinem Umkreis sehen zu können. Mit zwei anderen Studenten aus München wurden wir deshalb um Punkt 9 Uhr von unserem Guide Yogi am Hostel abgeholt und es ging zum Gandan-Kloster im Westen der Stadt.

IMG_7112Das Kloster wurde 1727 gegründet, aber durch antibuddhistische Aktivitäten ab 1937 stark beschädigt. Ein Gebäude wurde komplett zerstört, woran dieser letzte Balken erinnern soll. In dem Hauptgebäude des Klosters stand eine sehr beeindruckende Statue der Göttin Janraisig, die über 26 Meter hoch war. Sie füllte fast den gesamten Tempel aus und von oben bis unten vergoldet, sodass sie den Raum in ein warmes Licht tauchte. Das Kloster ist auch ein Lieblingsort des Dalai Lama in der Mongolei, weshalb ein kleiner Altar mit einem Bild von ihm darauf hinweist, dass er an diesem heiligen Ort schon zu Besuch war. In der Vorhalle waren sehr schöne Illustrationen buddhistischer Sagen zu sehen, die besonders bei Kindern sehr beliebt waren. Eine zeigte beispielsweise die Sage der vier Freunde und des Pfirsischbaumes. Hier arbeiteten ein Elefant, ein Affe, ein Hase und ein Goldfasan zusammen, so dass sie die Pfirsische vom Baum pflücken konnten. Diese Geschichte ist der Geschichte der Vier Stadtmusikanten sehr ähnlich und erinnerte mich an meine Kindheit.

Heute noch spielt der Buddhismus eine wichtige Rolle in der Mongolei und im Kloster leben ca. 600 Mönche.

 

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Danach ging es weiter auf einen mongolischen Markt, auf dem wir einheimischen „Quark“ probieren durften. Dieser hatte allerdings nichts mit dem uns bekannten Quark zu tun, war er doch lange getrocknet und somit bretthart. Aaruul nennt sich der getrocknete Quark und schmeckte recht sauer. Die blumenförmig getrockneten Stücke waren sehr süß, was ich wiederum gar nicht mochte, weil hier die Konsistenz zusätzlich sehr „bröselig“ war. Trotzdem war es sehr interessant etwas so Unbekanntes probieren zu dürfen. Yogi erzählte uns, dass die Mongolen dadurch, dass sie viele Tiere besitzen, liebend gern Milchprodukte in jeder denkbaren Konsistenz und Form essen und dass dies äußerst gesund und gut für die Knochen und Zähne sei. Stolz wies er darauf hin, dass man in Filmen die Mongolen sehr leicht von den Japanern oder Chinesen unterscheiden könne, da sie viel schönere, weißere und gesündere Zähne hätten.

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Nachdem wir den Markt erkundet hatten, ging es weiter zum Zaisan Memorial. Von dort aus hatte man eine tolle Aussicht über die ganze Stadt. Und so standen wir dort eine ganze Weile und bestaunten den Blick über die Stadt.

 

 

Von dort aus fuhren wir anschließend über eine Stunde zur Dschingis-Khan Statue Sobald man die Stadt verlassen hatte, waren weit und breit nur Steppe und Berge zu sehen, wo Pferde, Kühe und Schafe in Herden grasten. Es war ungemein schön die Tiere dabei zu beobachten, wie sie sich frei bewegen konnten. Deshalb kann es einem auch mal passieren, dass man zwischendurch anhalten muss, um eine Kuh oder eine Herde Schafe von der Straße zu scheuchen, da sie diese gerade überqueren wollen oder einfach gern im Weg rumstehen. Yogi erzählte uns, dass es auch oft vor kommt, dass man tiefer im Land gefragt wird, ob man eine Herde gesehen hätte, da jemand sein Pferd sucht. Obwohl die Mongolen nach Außen hin immer wieder predigen, dass sie ihre Tiere und ihre Natur schätzen, weil ihnen bewusst ist, dass sie auf sie angewiesen sind, sah ich viel Müll rumliegen. Besonders an Zäunen verfingen sich hunderte Tüten oder Plastikmüll. Es schienen also nicht alle Mongolen die Natur so zu wertschätzen, wie es kommuniziert wurde, was ich sehr schade finde, weil das Land ansonsten so unberührt und schön ist.

Schon von Weitem konnte man die silberne Statue des Dschingis-Khan im Sonnenlicht glänzen sehen. Wenn ihr euch jetzt fragt, wieso die Mongolen mitten im Nichts eine 30 Meter hohe, silberne Statue errichten ließen, (denn das war mein erster Gedanke, beim Anblick dieser nicht ganz so ins Naturbild passenden Konstruktion)liefern euch die Mongolen die passende Antwort: genau an dieser Stelle hatte er damals einer Legende zufolge eine goldene Gerte gefunden und damit der ideale Platz, um ihn zu gedenken. Sie ist außerdem in Richtung seines Geburtsortes ausgerichtet, sodass er von seinem Pferd aus auf seine Heimat blickt. Dschingis-Khan ist für seine taktisch kluge Kriegsführung bekannt, durch die er schaffte mit nur rund 320.000 Soldaten weite Teile Asiens zu erobern.

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Zum Mittagessen fuhren wir zu einer mongolischen Familie, die im Gorkhi-Terelj Nationalpark wohnt, um Einblick ist das heutige Landleben der Mongolen zu erlangen. Von der Straße, die durch den Nationalpark führt, liefen wir ein Stück in die Wildnis und warteten dort auf die Dame, die für uns gekocht hatte. 

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Als wir dann das Transportmittel sahen, mit dem wir zum Haus der mongolischen Familie gelangen sollten, staunten wir nicht schlecht. Es war ein Karren, der hinter einen Bullen gespannt wurde und passte sehr gut in die unberührte und abgelegene Gegend. Auf dem Karren ging es dann durch kniehohen Matsch, über Hügel und sogar durch einen Fluss und versetzte uns in eine Art Zeitreise zurück in eine Welt ohne Autos, Straßen, Internet und Strom.

IMG_7210Im Haus der mongolischen Familie angekommen, wurden wir mit einem traditionellen Milchtee willkommen geheißen. Dieser besteht aus schwarzem Tee, der in frischer Milch gekocht wird. Schon der Duft war so frisch, dass man fast das Gefühl hatte noch im Stall zu stehen und auch der Geschmack ist mit unserer Milch aus dem Supermarkt nicht mal annähernd zu vergleichen. 

 

Ich mochte den Tee sehr gerne und wer einmal frische Milch bei einem Bauern probiert hat, kann sich ungefähr vorstellen, wie diese als Tee schmecken würde. Dazu gab eine eine Dumpling-Suppe, was nicht speziell mongolisch ist, sondern in fast allen asiatischen Ländern gern und viel gegessen wird. Trotzdem war sie sehr lecker und wärmend.

 

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Zum Abschluss der Tour besuchten wir noch den berühmtesten Fels des Nationalparks: die Schildkröte. Wenn ihr euch über den Namen wundert, schaut euch einmal das Bild an, denn die Form erinnert wirklich stark an die einer Schildkröte. Wir kletterten ihn hinauf so weit es ging, um ein letztes mal die Aussicht über den Nationalpark und die Schönheit seiner Natur genießen zu können.

 

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Normalerweise bin ich kein großer Fan von Touren, weil ich lieber selber alles organisiere, um mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen und alles in meinem Tempo machen zu können. Hier allerdings muss ich sagen, dass die Tour sehr viel Spaß gemacht hat und es sich lohnt darüber nachzudenken in der Mongolei eine zu buchen. Es ist gar nicht so einfach in die Nationalparks auf eigene Faust zu gelangen. Bei uns kam jetzt noch hinzu, dass wir einfach viel zu wenig Zeit vor Ort hatten, um den Tag selbst zu organisieren. Wenn ihr also auch eine Tour in der Mongolei buchen möchtet, kann ich euch die von Viator ans Herz legen. Unser Guide war wirklich sehr nett und hat sich immer unserem Tempo angepasst, sodass man sich nicht gehetzt vorkam. Zudem haben wir unglaublich viel neues über die Kultur des Landes gelernt.

 

Um den Tag einmal zusammen zu fassen: die Mongolei ist wirklich ein beeindruckendes Land, das ich bestimmt nicht das Letzte mal besucht habe. Auf meiner Bucketlist steht jetzt ganz weit oben die Nationalparks der Mongolei mit dem Pferd zu erkunden, noch weiter abgelegen jeglicher Infrastruktur die Schönheit der Natur zu genießen und sich ein bisschen wie Mulan zu fühlen.

Kategorien Allgemein, Reisen

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