Peking – Hitze, Massen, Smog

Nach 7622 km konnten wir es nun von uns behaupten: wir waren von Moskau nach Peking allein mit dem Zug gefahren! Es war eine tolle Erfahrung, doch trotz der aufregenden und schönen Zeit, die wir hatten, waren wir auch ein bisschen froh, dass sich langsam ein Gefühl des Ankommens einschlich, nun dass wir China erreicht hatten. Da ich die Hauptstadt Chinas letztes Jahr im Frühling schon drei Wochen besucht hatte, standen in den nächsten drei Tagen nur ein paar klassische Sehenswürdigkeiten auf dem Plan. Zudem mussten wir noch ein paar organisatorische Sachen erledigen, weil unser Studium kurz bevor stand und es Probleme mit unserem Visum gab, was einiges an Zeit beanspruchte.

 

IMG_7256

Die erste Sehenswürdigkeit, die wir ansteuerten war der Sommerpalast, einer meiner persönlichen Highlights Pekings. Er liegt direkt an einem See, dem Kunming-Lake und ist von einem riesigen Park umgeben. Im Gegensatz zu meinem letzten Besuch war es dort aber nun komplett mit Touristen überfüllt, da auch in China Urlaubszeit ist und viele chinesische Touristen nach Peking reisen. Zudem war das Wetter bei 36 Grad zusätzlich sehr schweißtreibend und die Luftbedingungen wurden immer schlechter, sodass man am anderen Ende des Sees den Sommerpalast fast nicht mehr sehen konnte. Leider nahm es dem Ort diese beeindruckende Atmosphäre, wie ich sie vor einem Jahr erlebt hatte.

Hier seht ihr einmal unseren Blick auf den Sommerpalast.

IMG_7298

 

Und dieses Bild habe ich vor einem Jahr bei gutem Wetter gemacht:

 

IMG_5838

 

IMG_7328

Was natürlich bei einem Peking Besuch nicht fehlen darf ist das Peking Ente essen. Diese wird hier nämlich mit Gurken, Zwiebeln und undefinierbaren geschnippelten Gemüse oder Knollen  in einem dünnen Fladen gewickelt und als eine Art Wrap gegessen. Der Anblick der Enten im Schaufenster ist für Vegetarier vermutlich ein Graus, aber gehört genauso zu Peking wie die Verbotene Stadt.

 

IMG_7310Als nächstes war der Tiananmen Platz, der Platz des Himmlichen Friedens, an der Reihe. An ihn grenzt das Tor des Himmlichen Friedens, welches zur Verbotenen Stadt führt, die große Halle des Volkes, das Nationalmuseum und seit Mao Zedongs Tod erinnert ein Mausoleum im südlichen Teil des Platzes an ihn. Meiner Meinung nach ist es dort nicht besonders schön, doch die historische Bedeutung spielt hier eine wichtige Rolle und jeder Chinesisch Student sollte mal ein Selfie mit Chairman Mao gemacht haben. Aber auch hier sind die Bilder leider sehr diesig geworden, sodass man nicht viel erkennen kann.

Am letzten Abend fanden wir ein kleines Restaurant im Hinterhof einer Seitenstraße. Zugegebenermaßen hatte ich nicht damit gerechnet ein so schönes Lokal in einer der hintersten und dunkelsten Ecken unseres Stadtviertels zu finden. Hier waren wir weit weg von Touristen und fühlten uns das erste Mal seit unserer Ankunft richtig in China angekommen. Das Lokal war sehr gut besucht und nie war ein Tisch lange frei, wenn Gäste zu Ende gegessen hatten und gingen, was uns zeigte, dass es unter Einheimischen wohl sehr beliebt sein musste. img_3155.jpgWir bestellten eine wilde Mischung aus Hühnchen, Ei mit Gemüse und einer Mischung aus Kohl, Spinat und Erdnüssen. Alles war ausgesprochen lecker und so ziemlich das beste chinesische Essen, das ich bisher gegessen hatte. Aber besonders gut hat mir die Atmosphäre dort gefallen. Es war laut, ausgelassen und familiär zugleich, man konnte das 热闹 (renao=lebendig, lebhaft), das die Chinesen so lieben von der schönen Seite kennen lernen. Denn 热闹 muss nicht immer Massen, Hitze und Lärm bedeuten. Man kann es auch in einem versteckten Lokal finden, indem lebhaft und zugegeben auch laut von den Ereignissen des Tages berichtet wird, gemeinsam gegessen und getrunken wird.

Es war schön die Hauptstadt Chinas noch einmal zu sehen. auch wenn durch das Wetter und die Reisesaison die Atmosphäre der Stadt leider gelitten hat. Wenn ich Peking wieder besuchen möchte, werde ich es ganz sicher nicht mehr im August tun. Ich bin froh ins kühlere Kunming zu fliegen, denn diese Hitze ist auf Dauer echt ermüdend. Also ab zum Flughafen und hin zur Stadt des Frühlings.

Kategorien Allgemein, Reisen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close